Land, Brout, Fridden (4) – Der große Juni-Streik

„Alle Räder stehen still, wenn dein starker Arm es will” – dieser bekannte Vers aus einem Arbeiterlied beschreibt prägnant die Erwartung der Luxemburger Arbeiter, die im Ersten Weltkrieg zunehmend auf das Mittel des Streiks in ihren Arbeitskämpfen setzten. Über den ersten Massenstreik von 1917 in der Eisenindustrie diskutierten Jacques Maas und Jean-Marie Majerus.

woxx: Wie war der Entwicklungsstand der Luxemburger Gewerkschaften zu Beginn des Ersten Weltkriegs?


Jacques Maas: Man kann von einer gewissen Verspätung sprechen, besonders im Vergleich mit der Großregion. Die gewerkschaftliche Entwicklung setzte in den 1860er-Jahren in den Industriegemeinden rund um die Stadt Luxemburg ein. Schwach blieb sie aber bis Anfang des 20. Jh. in der Minett-Region, also gerade dort, wo die Schwerindustrie stark vorherrschend war.

Jean-Marie Majerus: Eine der Ursachen für die Verspätung war die starke Verwurzelung vieler Arbeiter in der bäuerlichen Sphäre. Das klassische Industrieproletariat war in Luxemburg nicht stark vertreten, außer vielleicht bei den ausländischen Arbeitern. Von der katholischen Kirche wurde eine Assoziierung zwar durchaus gefördert – in Form der Gesellenvereine und Arbeitervereine –, das Bedürfnis nach regelrechten Gewerkschaften zeigte sich aber erst später.

J. M.: Gerade bei den Betrieben der Schwerindustrie, die oft unter internationalem Management standen, ist eine nationale Segmentation in den Belegschaften festzustellen, die die Entwicklung der Arbeitersolidarität erschwerte: So waren die qualifizierten Posten oft von Deutschen besetzt, während die unqualifizierte und die besonders schwere Arbeit überwiegend von Italienern verrichtet wurde. Die Luxemburger Arbeiter waren vor allem im Hochofenbereich konzentriert. Doch als der Krieg 1914 ausbrach, verließen die italienischen und deutschen Arbeiter Luxemburg, da sie in ihre nationalen Armeen eingezogen wurden. Der Historiker Marc Lentz hat diesen Effekt für die Luxemburger Schwerindustrie als „Luxemburgisierung” bezeichnet.

Mit dem Verschwinden der Italiener blieben doch diejenigen übrig, die am wenigsten Streikerfahrung hatten.


J.-M. M.: Die Luxemburger hatten wenig Erfahrung mit Streiks. Massenstreiks gab es jedenfalls keine.

J. M.: Streiks gab es durchaus bereits vor dem Krieg, aber sie waren durchgehend lokal, bzw. auf einzelne Betriebe oder Werke beschränkt. Massenstreiks waren auch in den Nachbarländern selten.

Wie weit hing die Entstehung der Gewerkschaftsbewegung mit der Lebensmittellage zusammen?


J.-M. M.: Die Regierung hatte es zu Anfang des Krieges schlicht verpasst, Lebensmittelkarten auszugeben und die Versorgung angemessen zu organisieren. Dies geschah erst gegen Mitte des Krieges, als die Preise längst in die Höhe geschnellt waren. Die Situation war besonders schlimm in den Städten und traf aufgrund der Verteuerung der Lebensmittel vor allem die Arbeiter und die kleinen Beamten. Es kamen die Hamsterfahrten in die Bauerndörfer auf, die man aus den Darstellungen des Ersten Weltkriegs kennt. Der Graben zwischen den sozialen Klassen verbreiterte sich zwischen der Land- und der Stadtbevölkerung, zwischen Arbeiter- und Bauernbevölkerung, der soziale Zusammenhalt geriet in Gefahr. Die Entstehung der Gewerkschaften war eine Antwort auf die Verschlechterung der Lebensmittellage und der Lohnbedingungen. Alle gesellschaftlichen Akteure, die sich für die Arbeiter einsetzten, standen vor der Notwendigkeit zu handeln.

J. M.: Dass es in Luxemburg so schwer war, das Problem der Lebensmittelversorgung in den Griff zu bekommen, hat mit der politischen Stärke der damaligen Bauernschaft zu tun: Die Landbevölkerung stimmte mehrheitlich klerikal, worauf politischerseits Rücksicht genommen wurde. Die Lebensmittelfrage gab den direkten Anstoß zur Schaffung der Gewerkschaften. Im Frühjahr 1916 war der Brotpreis um 33, der Milchpreis um 75 und der für Reis um 100 Prozent gestiegen. Die Arbeiter konnten nicht mehr mithalten. Daraufhin entstand eine Konsumentenbewegung: Es wurden große Protestveranstaltungen organisiert, um gegen die Lebensmittelteuerung zu protestieren; aus diesen entwickelten sich im August-September 1916 die Gewerkschaften, in denen Mitglieder der Sozialistischen Partei eine tragende Rolle spielten.

J.-M. M.: Es manifestierten sich aber nicht nur solche aus dem sozialistischen Lager, auch im katholischen kam es zu entsprechenden Aktivitäten. Dies ist insofern erstaunlich, als vor dem Krieg ein heftiger politischer Kampf zwischen der Rechten und der Linken geführt wurde. Nun aber wurden die Arbeiter aus den Arbeitervereinen von ihren Pfarrern aufgefordert, Mitglied im „Berg- und Hüttenarbeiterverband“ (BHAV) zu werden, mit dem Argument, man müsse in dieser neutralen Gewerkschaft präsent sein. Später wurde diese Entscheidung bedauert, weil durch sie der katholische Gewerkschaftsflügel geschwächt worden war. Im Gegensatz zu dem im Süden agierenden BHAV war der zweite Verein, der „Luxemburger Metallarbeiterverband“ (LMAV), in der Stadt Luxemburg implantiert.

Wie kam es mitten im Krieg zum ersten Massenstreik in Luxemburgs Geschichte. Spielte die Russische Revolution die Rolle eines Katalysators? Darüber diskutierten Jean-Marie Majerus (links) und Jacques Maas (rechts). (Fotos: Radio 100,7)

Die katholischen Arbeiter wurden von den Pfarrern aufgefordert, in die neue Gewerkschaft einzutreten. 
(Jean-Marie Majerus)

J. M.: Der LMAV war freigewerkschaftlich orientiert, d.h. er stand der Sozialdemokratie nah. Der BHAV dagegen versuchte sich vom bestehenden Linksblock zu distanzieren und trat als politisch neutrale Gewerkschaft auf.

War dies auch eine Reaktion von enttäuschten sozialdemokratischen Gewerkschaftsmitgliedern auf die Politik des „Linksblocks“, der Zusammenarbeit von liberalen und sozialdemokratischen Abgeordneten im Parlament?


J. M.: Im BHAV existierten ganz unterschiedliche Strömungen, eben deswegen war die politische Neutralität anfangs sehr wichtig: Neben stärker radikalisierten Sozialisten wollten auch einige mit dem Paternalismus mancher sozialdemokratischer Politiker brechen. Dann gab es die katholische Strömung, und, was lange Zeit in der Historiografie unterbelichtet blieb, eine liberale. Der Gewerkschaftsführer Pierre Kappweiler übernahm die Organisationsstruktur der „Hirsch-Dunckerschen“ Gewerkschaften in Deutschland, die liberaler orientiert waren und vor allem die stärker qualifizierten Arbeiter und Techniker repräsentierten. Der BHAV stellte selbst keine Kandidaten für politische Wahlen auf, aber es gab mit Pierre Kappweiler und Bernard Herschbach Vertreter aus diesem Verband, die als Kandidaten auftraten und ins Parlament gewählt wurden.

J.-M. M.: Um diesen Kandidaten nicht zu schaden, verzichtete die Rechtspartei auf eigene Kandidaturen bei diesen Wahlen. Sie waren also objektiv Alliierte der Rechtspartei, auch wenn sie dieser Partei gar nicht angehörten. Dort standen sich jedoch, zum Beispiel in der Frage des Wahlrechts oder in der sozialen Frage, ein konservativer, agrarischer und ein sozialer Flügel gegenüber. Dessen Vertreter Pierre Dupong setzte nun diese Wahlkampfstrategie durch, die aus parteitaktischen Gründen interessant war und ihr auch objektiv nützte.

Die ersten Streiks ab Herbst 1916 endeten mit Erfolgen für die Arbeiterschaft. Kam hier ein neues Selbstbewusstsein der Arbeiter zur Auswirkung? 


J. M.: Die Gewerkschaften hatten jedenfalls starken Zulauf. Am Vorabend des Juni-Streiks zählte der BHAV sechs- bis siebentausend Mitglieder, was einen für Luxemburg bis dahin unerreichten Grad gewerkschaftlicher Organisation widerspiegelt. Auch der hauptstädtische LMAV hatte Erfolg, der zahlenmäßig vielleicht geringer war, weil auch die Betriebe kleiner waren.

J.-M. M.: Die Menschen waren am Ende. Luxemburg konnte aufgrund seiner Neutralität nicht unabhängig Lebensmittel einkaufen, die wenigen Versuche, das etwa in Rumänien, in Holland oder der Schweiz zu tun, waren erfolglos, weil sie stets durch deutsche Kommissionen genehmigt werden mussten.

J. M.: Der Streikgedanke entstand nicht aus einem neu gestärkten Selbstbewusstsein, sondern aus der Notwendigkeit, sich bemerkbar zu machen und sich zu wehren: Er war ein Ausdruck der Verzweiflung. Ab der zweiten Jahreshälfte 1916 waren die Lebensmittelpreise völlig aus dem Ruder gelaufen. Das Patronat hatte zwar die Löhne bereits vor dem Streik erhöht, aber das genügte nicht, um die Teuerung aufzufangen. Neben der Forderung nach einer 50-prozentigen Lohnerhöhung gab es eine Reihe anderer Forderungen: die Anerkennung der Gewerkschaften als Verhandlungspartner durch das Patronat, die Aushandlung von Kollektivverträgen, die Herabsetzung der Arbeitskadenz.

Spielte die russische Februar-Revolution die Rolle eines Katalysators?


J.-M. M.: Die Russische Revolution wurde sehr stark begrüßt, sogar von Rechtsparteilern wie Dupong im Parlament. Natürlich handelte es sich hier noch um die bürgerliche Februar-Revolution. Dennoch gab es eine große Solidarität in Luxemburg, und vielleicht wurde das Gefühl, dass sich etwas ändern müsse und dass nun der Beginn dieser Änderung da sei, durch das Ereignis verstärkt.

J. M.: Diese Begeisterung mag aus den Wortmeldungen im Parlament und den Presse-Artikeln hervorgehen; wie aber die Arbeiterschaft dazu stand, ist unbekannt. Gerade in dem Moment, wo es darauf ankam, während des Juni-Streiks, äußerte sie sich nicht dazu – wohl auch aus taktischen Gründen. Erst nach dem Scheitern des Streiks finden sich auch bei Gewerkschaftlern präzisere Stellungnahmen.

Gab es im Ausland ebenfalls Streiks, und beeinflussten sie die Luxemburger Bewegung?


J. M.: Luxemburg war ein Einzelfall. In den anderen Ländern erreichte die Lebensmittelnot auch nicht die Ausmaße wie in Luxemburg. Dagegen hatte dort die Repression gegen Protest und Arbeitsverweigerung bereits viel früher eingesetzt. In Luxemburg dagegen kam es bis 1917 nicht zu massiven Repressalien.

J.-M. M.: Das deutsche Militär unter Oberst Tessmar, dem Befehlshaber der kaiserlichen Truppen in Luxemburg, wurde beim Streik jedoch sofort aktiv. Es fuhr drohend Maschinengewehre auf, obwohl keiner der Arbeiter bewaffnet war.

Jean-Marie Majerus, Historiker und beigeordneter Direktor des Centre d’études et de recherches européennes Robert Schuman.

Von wem ging der Juni-Streik von 1917 nun tatsächlich aus? Aus der Presse der Zeit kann man den Eindruck gewinnen, niemand habe diese Verantwortung übernehmen wollen.


J.-M. M.: Die Gewerkschaftsführer wurden von ihren Mitgliedern überrumpelt, in den Veranstaltungen vor dem Streik heizte die Stimmung sich immer mehr auf, weil die Arbeitgeber nicht zu Verhandlungen bereit waren. Auch die Versuche von außen, die Wogen zu glätten, wie etwa die von Distriktskommissar Kohn, blieben erfolglos.

J. M.: Die Gewerkschaftsführer hätten viel lieber verhandelt, aber sie fanden keinen Ansprechpartner. Am Vorabend des Streiks versuchten auch die Gewerkschaftsführer Kappweiler und Herschbach zu bremsen. Dagegen ergriffen eine Reihe anderer Führer, in der Hauptsache aus dem linken Lager, sehr schnell die Zügel und versuchten, die Streikbewegung zu führen. In Differdingen war dies Adolphe Krieps, in Esch der Bergarbeiter Bukovac. Die Überzeugung war da, dass ein Streik notwendig sei, aber die Gewerkschaften hatten keine gefüllten Streikkassen, mit denen sie die Menschen während des Streiks hätten unterstützen können.

J.-M. M.: Der LCGB-Gewerkschaftler Léon Wagner, der als junger Arbeiter am Streik teilnahm, meinte rückblickend, man dürfe den patriotischen Aspekt nicht übersehen; der Streik habe sich zumindest in Teilen auch gegen deutsche Werksleitungen und das deutsche Militär gerichtet – auch wenn man hier keinen Vergleich mit dem Zweiten Weltkrieg ziehen sollte.

J. M.: Dies ist durch historische Quellen nicht belegt.

Auffällig ist dennoch, dass zuerst in den deutschen Hütten gestreikt wurde, Düdelingen unter seinem Luxemburger Direktor Mayrisch wurde erst etwas später bestreikt.


J. M.: Diese kleine Verschiebung hat meines Erachtens keine Bedeutung. Das Patronat sämtlicher Hütten reagierte analog und traf offensichtlich auch Absprachen. Der springende Punkt sind die Arbeiterdelegierten. Ab 1906 versuchten die christlichen Arbeitervereine in der Minett-Region, Sektionen zu gründen. Ab dieser Zeit setzten die Werksleitungen in den Hütten Arbeiterdelegationen ein, aber diese Delegationen wurden von den Arbeitgebern kontrolliert. Bei den Delegierten handelte es sich in der Mehrzahl um die häufig bei ihren Kollegen verhassten Werksmeister. Am Vorabend des Streiks jedoch wählten die Arbeiter, einem Aufruf des BHAV folgend, überall in der Industrie ihre Delegierten, die also nun frei bestimmt waren. Diese wurden jedoch vom Patronat nicht akzeptiert, es weigerte sich, mit ihnen zu verhandeln. Das war eine Machtfrage.

J.-M. M.: Diese Werksmeister waren doch aber oft Deutsche. Es spielen natürlich auch persönliche Sympathien und Antipathien eine Rolle. Während des Streiks wurden auch Ersatzarbeitskräfte aus dem Ausland als Streikbrecher herbeigeschafft. Auch wenn dies Zwangsarbeiter waren, stärkte das nicht gerade die internationale Solidarität unter den Arbeitern.

J. M.: Eine andere Hypothese, die dieser Theorie einer nationalen Abwehr entgegensteht, ist die, dass die Idee aufgekommen sei, die Vermittlung von Tessmars zu suchen, der dann auf Regierung und Patronat einwirken sollte, wodurch die Verhandlungen sozusagen erzwungen werden könnten. Die Annahme war, dass das deutsche Militär einen längeren Streik in Luxemburg, sozusagen im Rücken der deutschen Front, nicht tolerieren könne. Es gibt Belege dafür, dass diese Vorstellung im Vorfeld unter den Arbeitern zirkulierte.

Der Juni-Streik von 1917 scheiterte nach einigen Wochen, die Rechnung der Arbeiterschaft ging diesmal nicht auf. Die Regierung zeigte gegenüber der Arbeiterschaft jedoch ein gewisses Wohlwollen.


J.-M. M.: Zumindest die christlich-sozialen Politiker innerhalb der Rechtspartei waren gegen den Klassenkampf, der ihrer politischen, auf der Enzyklika Rerum Novarum gründenden Ideologie komplett widersprach. Sie konnten deshalb Ungerechtigkeiten, wie sie die schwarzen Listen waren, nicht tolerieren. Man wollte innerhalb der Rechtspartei mehrheitlich zu einem sozialen Ausgleich kommen, und natürlich auch revolutionäre Zustände wie in Deutschland oder Russland verhindern.

Verschiedene Forderungen aus dem gescheiterten Juni-Streik setzten sich in der sozialen Krise von 1918/19 durch. (Jacques Maas)

J. M.: Die Arbeiter, und besonders die Gewerkschaftsführer, die beim Streik eine Rolle gespielt hatten, wurden, wie es so schön hieß, „gemaßregelt“: Sie verloren sofort ihre Stelle, was zugleich bedeutete, dass sie mitsamt ihren Familien die Werkswohnungen verlassen mussten, die der Firma gehörten. Ihre Namen wurden auf Listen gesetzt, die die Arbeitgeber untereinander austauschten – sogar bis nach Lothringen und in das Saargebiet hinein – mit der Konsequenz, dass die betroffenen Arbeiter überhaupt keine Anstellung mehr fanden. Die Listen blieben übrigens bestehen, und es gab sie auch wieder beim großen Streik von 1921. Man kann die Regierung von 1917 jedoch nicht als arbeiterfreundlich bezeichnen.

J.-M. M.: Das würde ich auch nicht behaupten.

Der zuständige Minister Faber schrieb immerhin an die Schmelzherren, die Existenz schwarzer Listen habe „den peinlichsten Eindruck“ in der Öffentlichkeit hinterlassen.


J. M.: Das stimmt.

Der Historiker und Gewerkschaftler
 Jacques Maas.

Hatte der Streik, auch wenn er scheiterte, langfristige Auswirkungen?


J.-M. M.: Eine wichtige Auswirkung war die, dass das Selbstbewusstsein der Arbeiter gestärkt wurde und die Bereitschaft, sich zu wehren. Wenn man den Streik von 1917 zu dem ebenfalls gescheiterten März-Streik von 1921 in Beziehung setzt, kann man davon ausgehen, dass die Erfahrungen Konsequenzen für den späteren Verhandlungsstil hatten: In Luxemburg wurde, im Unterscheid zu anderen Ländern, der Akzent auf sozialen Dialog, sozialen Zusammenhalt oder auch das Tripartite-Modell gelegt.

J. M.: Verschiedene Gewerkschaftsführer bewährten sich im Streik. Diese Männer wurden trotz des Scheiterns von ihren Kameraden geachtet und unterstützt. Der BHAV verlor zwar nach dem Scheitern zahlreiche Mitglieder, konnte aber bereits innerhalb eines Jahres seine Stärke wieder herstellen. Dies führte dazu, dass, diesmal mit neuem Selbstbewusstsein, eine Reihe von Forderungen erneut erhoben wurden, etwa zu den Personaldelegationen, zum Achtstundentag usw. Und in der sozialen Krise von 1918/19, setzen sich diese dann zum Teil durch.


100,7 + woxx = 1917

Über die Rolle des ersten Ausstands in der Luxemburger Geschichte, des Juni-Streiks von 1917, diskutierten im Rahmen des Medienprojekts „1917 – d’Joer dat d’Welt verännert huet”, das die woxx gemeinsam mit Radio 100,7 durchführt, zwei Experten: der Historiker und Gewerkschaftler Jacques Maas, der sich mit der Geschichte der Eisenindustrie und des Syndikalismus befasst hat, und der beigeordnete Direktor des Centre d’études et de recherches européennes Robert Schuman, Jean-Marie Majerus, dessen Interesse besonders der Geschichte der CSV und der christlichen Gewerkschaften gilt.

Radio 100,7 wird dieses Gespräch an diesem Sonntag, dem 18. Juni, um 19:30 Uhr in einer gekürzten Version übertragen. Auf www.100komma7.lu wird das Gespräch auch in voller Länge bereitgestellt. Die neueste Chronik „Virun 100 Joer“ zum gleichen Thema ist an diesem Samstag, dem 17. Juni, um 11:40 Uhr zu hören und wird in einer schriftlichen Version an diesem Montag, dem 19. Juni, als „Web-Exclusive“ auf der woxx-Web-Seite erscheinen. Alle Veranstaltungen und Beiträge zum Medienprojekt „1917“ finden Sie auch auf unserem Blog 1917.woxx.lu

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